Blick über den Talrand – ein Besuch bei der SoLaWi Stopperich im Westerwald

Blick über den Talrand – ein Besuch bei der SoLaWi Stopperich im Westerwald

 

Am Samstag 19.10. setzte eine Delegation der SoLaWi Rhein-Ahr mit der Kripper Fähre über den Rhein rüber, um einer lang gestellten Frage nachzugehen:  Wie machen das eigentlich die anderen?

Nach einer kurzen Fahrt durch herbstliche Wälder und Wiesen erreichten wir den Flecken Stopperich, der zu Hausen/Wied gehört, und wurden vom Landwirtsehepaar Jutta und Jürgen Kröll  vor deren Wohnhaus empfangen.

Dazu stieß noch Jürgen Höppner von der SoLaWi Stopperich. Aus Koblenz waren ebenfalls einige Interessierte gekommen, um sich ein Bild vom Konzept "SoLaWi" zu machen.

Vor den letzten Tomaten im Folientunnel wurden dann nach einer Vorstellungsrunde Fragen geklärt und Vergleiche gezogen. So wird das Gemüse bei der SoLaWi Stopperich weitgehend von angestellten Gärtnern angebaut und die Fläche dafür ist an den Verein verpachtet. Auch deshalb muss man bei der SoLaWi Stopperich Vereinsmitglied werden, bevor man einen Ernteanteil erwerben kann, was bei der SoLaWi Rhein-Ahr nicht verpflichtend ist.  

Da der Hof Kröll ursprünglich ein reiner Milchviehbetrieb war, gehören Milch und Rindfleisch zum festen (aber natürlich freiwilligen) Repertoire bei den Ernteanteilen. Andere Erzeuger sind nicht in die SoLaWi Stopperich eingebunden.

Die Konsumenten helfen sowohl in Stopperich als auch in Wehr auf dem Acker, doch hier wie dort sieht man oft dieselben Personen und es könnte mehr Hilfe gebraucht werden.

Nach einem kurzen Spaziergang, vorbei an Apfelbäumen und hofeigenen Bienenvölkern, durch ein Waldstück mit Pilzen, erreichte die Gruppe den Acker, auf dem u. A. Grünkohl, Lauch, Zwiebeln und Kürbisse auf die Ernte warteten. Zuletzt besichtigte man die geräumige Verteilstelle, in der die selbst organisierten Depots jede Woche – allerdings an verschiedenen Wochentagen – ihre Kisten abholen.

Alle waren sich einig, dass die solidarische Landwirtschaft ideal ist, um viele Probleme unserer Zeit gleichzeitig zu lösen:  den bäuerlichen Familienbetrieb erhalten, gesunde und schmackhafte Lebensmittel für alle in einer intakten Umwelt produzieren, Transporte und Plastikverpackungen vermeiden und so einen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

 


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