SoLaWi Blog

Solidarisch ins Jahr 2020

Gemüse, Eier und Brot regional, nachhaltig und gesund – noch wenige Anteile frei

Am vergangenen Donnerstagabend trafen sich der Vorstand (Denis Nötel und Nathalie Klasen, beide Remagen, Joachim Beu, Wehr) und einige Mitglieder des Vereins „Solidarische Landwirtschaft (SoLaWi) Rhein-Ahr“ mit den kooperierenden Erzeugern Andreas Nuppeney (Gemüse, Wehr), Lea und Niklas Orth (Eier, Wilhelmshof Sinzig) sowie Christine und Hans Kupka (Käse, Rech-Hof Schalkenbach) zu einem Planungstreffen für 2020 im Gutshof Mönchsheide in Bad Breisig.

Der 2017 ins Leben gerufene SoLaWi Rhein-Ahr e.V. hat sich auf die Fahnen geschrieben ökologische, klimagerechte und soziale Landbewirtschaftung kleinbäuerlicher Betriebe, regionale und saisonale Produktion sowie den Anbau von alten und samenfesten Gemüsesorten und alten Haustierrassen zu unterstützen. Durch die Anlage von Blühstreifen und Biotopen in der Agrarlandschaft soll zudem die Biodiversität gefördert werden. Ein wichtiger Aspekt ist dabei die Bildung eines Bewusstseins über die Auswirkungen von (konventioneller) landwirtschaftlicher Produktion auf Natur, Umwelt und Klima und ein Aufzeigen von Alternativen.

Zunächst wurde Bilanz für das ausklingende Wirtschafts- und Vereinsjahr 2019 gezogen. Der Wilhelmshof lieferte 57 Eier-Anteile von freilaufenden Hühnern, der Rech-Hof 16 Ziegenkäse-Anteile und Andreas Nuppeney versorgte über das gesamte Jahr 117 Konsumenten mit feldfrischem Bio-Gemüse, wobei zwischen großen und kleinen Anteilen gewählt werden konnte. Die Vielfalt übers Jahr deckt neben den bekannten Gemüse- und Salatsorten auch alte und unbekanntere Feldfrüchte wie Winterpostelein, Schwarzkohl oder Mairübchen ab. Die Sortenauswahl und Mengen wurden dabei gegenüber dem Vorjahr noch einmal angepasst, um auf Wünsche der Konsumenten einzugehen. Eine Neuerung ist seit Mitte 2019 die Lieferung von Brot aus Bio-Weizen und -Roggen aus eigenem Anbau in Wehr, das in Zusammenarbeit mit der Mosen-Mühle im Brohltal sowie der Bäckerei Hilger in Rieden entsteht.

Die Waren wurden über 12 Depots im Kreisgebiet sowie in Thür und Bonn an die Konsumenten verteilt, wobei sich die größten Depots in Wehr, Remagen und Sinzig befinden. Sinzig verfügt inzwischen sogar über 3 Depots. Da der Rech-Hof die Käseproduktion zum Ende des Jahres einstellt, entfällt dieses Produkt leider aus der Palette der SoLaWi Rhein-Ahr.

Die wichtigste Vereinsaktivität im ersten Halbjahr war die Erstellung der Internetseite www.solawi-rhein-ahr.de durch eine Gruppe von Mitgliedern unter fachkundiger Leitung von Henning Henschke (Bad Breisig). Die Seite informiert über Ziele und Struktur des Vereins, über das Veranstaltungsprogramm und über die Erzeugerbetriebe und es gibt dort u. a. die Möglichkeit, sich als Interessent für Gemüse- und Eieranteile fürs neue Wirtschaftsjahr anzumelden.

Ein buntes Jahresprogramm mit Besichtigungen des Rech- und Wilhelmshofes sowie der benachbarten SoLaWi in Stopperich im Westerwald, einer Kräuterwanderung, einem Erntedankfest in Wehr sowie einem Picknick in Sinzig bot 2019 diverse Gelegenheiten für Begegnung, Bildung und Austausch. 

Für die Vereinsaktivitäten 2020 setzte man Prioritäten. Es sind wieder Hofbesichtungen, ein Erntedankfest, ein Einkoch-Kurs sowie eine Kräuterwanderung mit Fokus auf essbaren Pflanzen vorgesehen. Zur Unterstützung des Vorstandes werden u. a. Mitglieder für das Schreiben von Pressemitteilungen, der Pflege der Internetseite sowie Helfer für das Betreuen eines SoLaWi-Stands bei ausgewählten Veranstaltungen gesucht. Und am wichtigsten: Im kommenden Jahr sollten wieder mehr „helfende Hände“ beim Gemüseanbau und bei der Ernte in Wehr mit anpacken.

Schließlich wurden Inhalt und Ablauf der Info-Veranstaltung für neue Interessenten am 11. Januar 2020 im Haus St. Peter in Sinzig sowie der Jahreshauptversammlung und Bieterrunde am 25. Januar 2020 (Ort wir noch bekannt gegeben) besprochen.

Anmeldung und Infos, sowohl für Konsumenten als auch für Produzenten, gibt es bei Anfrage per Mail unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder telefonisch unter 0151-64069187.

Blick über den Talrand – ein Besuch bei der SoLaWi Stopperich im Westerwald

Blick über den Talrand – ein Besuch bei der SoLaWi Stopperich im Westerwald

 

Am Samstag 19.10. setzte eine Delegation der SoLaWi Rhein-Ahr mit der Kripper Fähre über den Rhein rüber, um einer lang gestellten Frage nachzugehen:  Wie machen das eigentlich die anderen?

Nach einer kurzen Fahrt durch herbstliche Wälder und Wiesen erreichten wir den Flecken Stopperich, der zu Hausen/Wied gehört, und wurden vom Landwirtsehepaar Jutta und Jürgen Kröll  vor deren Wohnhaus empfangen.

Dazu stieß noch Jürgen Höppner von der SoLaWi Stopperich. Aus Koblenz waren ebenfalls einige Interessierte gekommen, um sich ein Bild vom Konzept "SoLaWi" zu machen.

Vor den letzten Tomaten im Folientunnel wurden dann nach einer Vorstellungsrunde Fragen geklärt und Vergleiche gezogen. So wird das Gemüse bei der SoLaWi Stopperich weitgehend von angestellten Gärtnern angebaut und die Fläche dafür ist an den Verein verpachtet. Auch deshalb muss man bei der SoLaWi Stopperich Vereinsmitglied werden, bevor man einen Ernteanteil erwerben kann, was bei der SoLaWi Rhein-Ahr nicht verpflichtend ist.  

Da der Hof Kröll ursprünglich ein reiner Milchviehbetrieb war, gehören Milch und Rindfleisch zum festen (aber natürlich freiwilligen) Repertoire bei den Ernteanteilen. Andere Erzeuger sind nicht in die SoLaWi Stopperich eingebunden.

Die Konsumenten helfen sowohl in Stopperich als auch in Wehr auf dem Acker, doch hier wie dort sieht man oft dieselben Personen und es könnte mehr Hilfe gebraucht werden.

Nach einem kurzen Spaziergang, vorbei an Apfelbäumen und hofeigenen Bienenvölkern, durch ein Waldstück mit Pilzen, erreichte die Gruppe den Acker, auf dem u. A. Grünkohl, Lauch, Zwiebeln und Kürbisse auf die Ernte warteten. Zuletzt besichtigte man die geräumige Verteilstelle, in der die selbst organisierten Depots jede Woche – allerdings an verschiedenen Wochentagen – ihre Kisten abholen.

Alle waren sich einig, dass die solidarische Landwirtschaft ideal ist, um viele Probleme unserer Zeit gleichzeitig zu lösen:  den bäuerlichen Familienbetrieb erhalten, gesunde und schmackhafte Lebensmittel für alle in einer intakten Umwelt produzieren, Transporte und Plastikverpackungen vermeiden und so einen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

 

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Erntedank 2019 an der Grillhütte in Wehr

Erntedank und Sommerfest

Am 01. September 2019 fand das diesjährige Sommerfest/Erntedankfest der SoLaWi Rhein-Ahr in der Grillhütte in Wehr statt. Etwa 50 Personen und auffallend viele Kinder waren nach Wehr gekommen, um einen schönen Nachmittag zu verbringen.

Für die Feste bei unserer SoLaWi bringt in der Regel jeder was mit, sodass sich ein buntes Buffet aus verschiedenen Salten, Dips und Backwaren aufbaut. Das ist schonmal ein kulinarisches Highlight. Wenn dann auch noch der Grill läuft und eine Vielfalt von Maiskolben über Gemüsetaschen bis Nackensteaks gebrutzelt werden, bleiben keine Wünsche offen. Begleitet wurde das Ganze von einer Weinprobe, die von Natalie Richter vom Bio-Weingut Richter aus Ahrweiler angeboten wurde. Dabei wurde auch gleich herumgesponnen, ob es nicht auch solidarisch produzierten Wein geben könnte?

Die Kinder konnten Meisenknödel selbst herstellen oder auch selbst mitgebrachte Tassen mit Vogelfutter füllen. Alwine Beu hatte von ihrer Blühfläche Sonnenblumen geerntet, um die Kerne für die Knödel zu nutzen. Aber auch im Ganzen bieten die Fruchtstände der Sonnenblumen eine tolle Knabberei für die Wintervögel, wenn man sie beispielsweise am Zaun befestigt. Unter der Leitung von Vorstandsmitglied Nathalie Klasen machten sich die Kinder auf zum Köhlerbrunnen. Eine besondere Erfahrung war, das dort quellende eisenhaltige Wasser zu probieren. Richtig ausgelassen spielten die Kinder unterschiedlichen Alters beim Boule auf dem Schotterweg unter Anleitung von unserer Grillmeisterin GB aus Glees.

Das Sommerfest war allemal eine gute Gelegenheit, um über unsere SoLaWi in den Austausch zu treten, aber auch über nachhaltige Landwirtschaft im Kreis Ahrweiler zu sprechen.

(Beitrag von Simon Keelan & Nathalie Klasen; Fotos: Will Pfennig)

 

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"Beikrauternte" offenbart, was darunter wächst

Die Sonne hat viel geschienen letzte Woche und nicht nur die Feldfrüchte in Wehr sind gewachsen, sondern auch die Beikräuter!

Der "harte Kern" der Ackerhelfer hat in der großen Hitze sein Möglichstes geleistet und auch der Traktor musste helfen - so groß war die Menge an "Gejähtetem".

Wer kann erkennen, welches Gemüse unter dem Beikraut wächst?

Nein, es ist nicht der Kohl - der wurde schon vor der "Foto-Session" freigelegt und kann nun unbehelligt weiter wachsen, bis wir ihn uns schmecken lassen...

Besuch bei den solidarischen Hühnern

Besuch bei den solidarischen Hühnern

Woran erkennt man an einem Huhn eigentlich, welche Farbe die Eier haben, die es legt? Wo sitzt die Fettdrüse? Wann wird ein Ei befruchtet, wie lange ist so ein Ei im Huhn unterwegs und wie lange brütet ein Huhn, bis die Küken schlüpfen? Diese und andere Fragen wurden bei einer Besichtigung des Wilhelmshofs in Sinzig-Bad Bodendorf am vergangenen Sonntag im Rahmen eines kurzweiligen Quiz geklärt.

Gut 20 Personen waren der Einladung des Vereins Solidarische Landwirtschaft (SoLaWi) Rhein-Ahr gefolgt: Vereinsmitglieder, Eierkonsumenten und weitere interessierte Personen. Familie Orth steuert seit der Gründung der SoLaWi Rhein-Ahr den so genannten „Eier-Anteil“ für die Konsumenten bei, der im Jahresdurchschnitt aus 6 bis 10 Eiern die Woche zu einem Festpreis besteht. Das Gemüse der SoLaWi kommt hingegen aus Wehr, dazu gibt es Ziegenkäse aus Schalkenbach. Die 40 Abnehmerverträge mit den „SoLaWistas“ waren in der Aufbauphase des Wilhelmhofes ein wichtiges Standbein für das junge Erzeugerehepaar, das auch eines der zurzeit 12 Depots der SoLaWi im Kreisgebiet stellt.

Die Anwesenden konnten sich davon überzeugen, dass es den solidarischen Hühnern – ebenso wie denen, die Eier für den Verkauf im Hofladen „produzieren“ – prächtig geht: Reichlich Freilauf, zwischen den bunten Hennen  der ein oder andere (noch buntere) Hahn und die Küken unterwegs mit den Glucken, so dass sich ein gutes soziales Gefüge ergibt. Futter erhalten die zurzeit xxx Hennen und 17 Hähne weitestgehend aus der eigenen Erzeugung. Die Nächte verbringen die Tiere in einem der beiden hoch modernen „Hühnermobile“. Diese erlauben jederzeit einen Standortwechsel, sodass vor dem Stall immer frisches Grün für die Tiere vorhanden ist. Durch das frische Gras wird die Eierqualität positiv beeinflusst.

Witze über Hühner gibt es ja bekanntlich auch viele, und einige davon wurden zur allgemeinen Erheiterung erzählt. Aber selbst die kleinsten Teilnehmer schüttelten den Kopf, als in einem Witz behauptet wurde, der Hahn würde, wenn er ein Huhn besteigt, „die Eier stempeln.“

Zum Ausklang gab bei einem kühlen Getränk und frisch gebackenen Spiegeleiern noch die Möglichkeit, letzte Fragen mit den Erzeugern zu klären.

Weitere Infos: www.solawi-rhein-ahr.de/erzeuger, www.wilhelmshof-badbodendorf.de

Foto: Die Fütterung der Hühner mit Kürbissen wird vorbereitet.

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Vielfalt im Feld und jetzt auch virtuell: Solidarische Landwirtschaft Rhein-Ahr

Zeigen, wie ökologische, klimagerechte und soziale Landbewirtschaftung in kleinbäuerlichen Betrieben funktionieren kann und wie die Natur davon profitiert: Dieses Ziel hat sich der Verein Solidarische Landwirtschaft (kurz: SoLaWi) Rhein-Ahr e.V. auf die Fahnen geschrieben.

SoLaWi-Picknick im Sinziger Schlosspark, 21.7.2019

Am Nachmittag des 21. Juli 2019 traf sich eine Gruppe von SoLaWistas zu einem Picknick im Sinziger Schlosspark. Im Schatten der großen Bäume wurden die Decken ausgebreitet und selbst Gekochtes, Gebackenes und Salate verzehrt; auch Getränke und Kaffee durften natürlich nicht fehlen. Der kulinarische Höhepunkt kam mit einem frisch vermählten SoLaWista-Paar, das Reste seiner Hochzeitstorte vom Vortag verteilte.

Obwohl das Wetter für ein Picknick wie geschaffen war, beschäftigte die Vereinsmitglieder die wiederholte Trockenheit und Hitze dieses Sommers, und rasch kam man auf das Thema Klimawandel und seine Auswirkungen auf die Landwirtschaft zu sprechen. Erzeuger Andreas Nuppeney beantwortete Fragen zu den Herausforderungen für den Gemüseanbau, zum Wasserverbrauch und zur Bewässerungstechnik.