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Vielfalt im Feld und jetzt auch virtuell: Solidarische Landwirtschaft Rhein-Ahr

Seit 2016 arbeitet der Verein mit drei landwirtschaftlichen Betrieben im Kreis Ahrweiler zusammen und unterstützt die Versorgung von Mitgliedern und Abonnenten mit öko-fairen Lebensmitteln.

Im Rahmen von Betriebsbesichtigungen wird den Mitgliedern und anderen interessierten Personen Gelegenheit gegeben, sich über die Produktionsweise der Betriebe zu informieren.
Nachdem man im Mai bereits die Ziegen auf dem RechHof in Schalkenbach besucht und den köstlichen Käse aus ihrer Milch probiert hatte, war das Ziel der nächsten Tour Anfang Juni der Wehrer Kessel.
Bei einer Kräuterwanderung rund um den Gemüseacker und die Folientunnel von Andreas Nuppeney in Wehr (Foto) bestimmten ein gutes Dutzend „Laien-Botaniker“ unter der Leitung von Nathalie Klasen und Simon Keelan die stolze Anzahl von 38 heimischen Pflanzenarten – darunter so seltene Spezies wie der Acker-Krummhals (Anchusa arvensis). Es wurde fleißig betrachtet, gerochen, gepflückt, probiert, notiert und erläutert, welche Pflanzen man verzehren kann, welche eine Heilwirkung haben und woher die Namen kommen. So erfuhren die Teilnehmer, warum beispielsweise die Zaunrübe (Bryonia dioica) so wichtig ist: Ohne sie gibt es keine Zaunrüben-Sandbiene, da diese auf der Suche nach Pollen ausschließlich diese eine Pflanzenart anfliegt.
Natürlich werden die so genannten „Beikräuter“ vom Landwirt und seinen Helfern dort reguliert, wo sie den Feldfrüchten Konkurrenz machen. Sobald Klee und Luzerne die Kartoffelpflänzchen zu überwuchern drohen oder das Ackerstiefmütterchen höher wächst als die jungen Möhren, nützt den Kräutern die schönste Blüte nichts: Sie werden gehackt, gerupft und entfernt. Dennoch war auf der zweistündigen Exkursion deutlich zu sehen, welche Möglichkeiten der Verzicht auf Düngung und chemische Mittel den Pflanzen bietet, sich am Rande der Anbauflächen zu entfalten.
Für Juli hat der Verein ein Picknick geplant, bei dem sicherlich die ein oder andere Speise aus SoLaWi-Produkten dabei sein wird. Im August wird dann der Hof der Familie Orth in Bad Bodendorf besichtigt, der die Eier zum wöchentlichen Ernteanteil der Konsumenten beisteuert. Und im September wird selbstverständlich Erntedank gefeiert.
Wer Interesse an regionalen und saisonalen Produkten aus dem Kreis Ahrweiler hat, kann sich nun auch im Internet über den Verein informieren: www.solawi-rhein-ahr.de. Die Seite gibt einen Überblick über Ziele und Aufgaben des Vereins sowie die geplanten Veranstaltungen. Produzenten und Vorstand werden vorgestellt und es wird anschaulich erläutert, wie Bieterrunde und Verteilung der Ernte über die lokalen Depots funktionieren. Eine Bildergalerie, „O-Töne“ von Vereinsmitgliedern, Rezepte und ein Blog mit Geschichten aus Acker und Stall ergänzen die Seite mit lebendigen Elementen.


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